Kontinuität in der Schule

Unterrichtsabsicherung gewährleisten

Die Jusos Thüringen fordern, dass die Personalabgänge an Thüringer Schulen eins zu eins durch Neueinstellungen auszugleichen sind, um den Unterricht flächendeckend zu gewährleisten und Stundenausfall zu vermeiden. Nur so kann eine qualitative und quantitative Vorbereitung auf Abschlussprüfungen gesichert werden und der Lehrer:innenwechsel innerhalb eines Schuljahres vermieden werden. Außerdem können nur durch ausreichend Personal an den Schulen die angestrebten Ziele der Inklusion realisiert werden. Ein ausgewogener Personalschlüssel ist daher die Voraussetzung, die gesetzten Standards in Didaktik, Pädagogik und Methodik an Thüringer Schulen zu erfüllen.

Kostenlose Bildung ermöglichen

Wir fordern, dass die Kultusministerkonferenz die verbindliche Einführung der CAS-Rechner rückgängig macht und dass alternativ Laptop-Klassen flächendeckend eingeführt werden, um am Computer mit einer modernen Rechensoftware arbeiten zu können.

Begründung

Unterrichtsabsicherung gewährleisten

Sowohl Schüler:innen, als auch Lehrer:innen und Eltern, beklagen sich in der letzten Zeit stark über den Unterrichtsausfall an Thüringer Schulen. Dieser Ausfall nimmt vielerorts enorme Ausmaße an. Der Grund dafür liegt vor allem im hohen Durchschnittsalter der Lehrkräfte. Daraus resultieren längere Krankheitsphasen und vermehrte Langzeiterkrankungen, welche zu Personalmangel an den Schulen führen. Insbesondere kleine Standorte mit wenigen Pädagogenstellen sind von Lehrermangel bedroht, weil sich nur schwer Vertretungen finden lassen. Zudem unterrichten häufig fachfremde Lehrer:innen Klassen, wenn Kolleginnen und Kollegen krankheitsbedingt ausfallen oder keine Fachkraft gefunden werden konnte. Aufgrund dieser Personalnot wechselt das Lehrpersonal in bestimmten Fächern häufig. Das führt zu Problemen bei der Vermittlung der Unterrichtsinhalte und wirkt sich nachteilig auf die Prüfungsvorbereitung sowie die Prüfungsergebnisse aus.

Dies führte dazu, dass viele Schülerinnen und Schüler lückenhafte Zeugnisse überreicht bekamen, in denen einzelne Fächer nicht benotet worden sind. Die gängige Praxis an manchen Schulen, vor allem in der Peripherie, ist es, Stellen so lange umzuwandeln, bis ein Bewerberprofil darauf passt. Die fachgerechte Vermittlung des Lernstoffes ist folglich damit nicht gewährleistet.

All das folgt aus dem von der Landesregierung beschlossenen Personalabbaupfad von 2017, wonach bis 2025 über 2400 Stellen im Schulbereich eingespart werden sollen. Um dem Bedarf an Lehrpersonal gerecht zu werden, wurde der Einstellungskorridor erhöht.

Danach werden in den Jahren 2018 und 2019 1600 Neueinstellungen erfolgen. Dem gegenüber steht jedoch ein altersbedingter Abgang von rund 2000 Lehrerinnen und Lehrern durch Übergang in den Ruhestand. Demnach werden also nur rund 66 Prozent der Stellen wiederbesetzt. Dies ist unserer Meinung nach die falsche Vorgehensweise, daher sollten alle freigewordenen eins zu eins wiederbesetzt werden.

Kostenlose Bildung ermöglichen

Die CAS-Rechner wurden mit Beschluss der Kultusministerkonferenz 2009 in ganz Deutschland und damit auch in Thüringen verpflichtend eingeführt. Da der Rechner nicht unter die Lehrmittelfreiheit fällt, bedeutet das für die Eltern, dass der CAS selbst gekauft werden muss. Schon damit stoßen viele Familien an die finanziellen Grenzen, denn der CAS ist teuer. Das verstehen wir nicht unter kostenfreier Bildung. Schnell zeigte sich: der KMK-Beschluss war relativ kurzsichtig, da die Technik schon bei ihrer bundesweiten Einführung längst überholt war. Denn Kalkulationsprogramme gibt es heute wesentlich günstiger. Auch ist bereits Software verfügbar, die deutlich einfacher zu bedienen ist, was auch den im Umgang mit CAS oftmals überforderten Lehrkräften helfen würde. Selbst Handyapps können für den gleichen Zweck wie CAS benutzt werden. Kosten und Nutzen von CAS stehen also in keinem Verhältnis.

Für uns ist klar, der verpflichtende Einführung von CAS soll rückgängig gemacht und eine kostenlose Alternative gefunden werden, denn kostenfreie Bildung ist ein Recht, dass jede Schülerin und jeder Schüler erfahren sollte. Alternativ Laptop-Klassen einzuführen halten wir für sinnvoll, weil bereits viele Schüler den Umgang mit diesen Geräten gewohnt sind und es für Laptops kostengünstige Kalkulationsprogramme zum Downloaden gibt.

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